Beine                                                                        << zurück

Belastungsabhängige Beinschmerzen:

Diese Beschwerden sind auch als Schaufensterkrankheit bekannt. Bei einer Gefäßeinengung oder einem Gefäßverschluss kommt es in der Muskelregion hinter dieser Veränderung zu einer Durchblutungsstörung. Je nach Ort der Gefäßveränderung kann es dabei in der Gesäßmuskulatur, im Oberschenkel, Unterschenkel oder im Fuß zu Schmerzen kommen. Diese treten typischerweise oft nach einer bestimmten Gehstrecke auf. Dabei ist die Gehstrecke bei Steigung oder schnellerem Schritt oft deutlich verkürzt. Die Länge der Gehstrecke ist abhängig von den Umgehungskreisläufen, die sich bereits ausbilden konnten, und dem Ausmaß der Einengung. Bei manchen Patienten treten die Beschwerden bereits nach wenigen Metern auf. Andere Patienten haben noch eine schmerzfreie Gehstrecke von einigen Kilometern. Auch andere Erkrankungen (orthopädische, neurologische, venöse Probleme) können ähnliche Beschwerden auslösen und sind von Durchblutungsstörungen abzugrenzen.


Schmerzen der Unterschenkel oder Füße in Ruhe oder beim Hochlagern:

Sollten beim längeren Hochlagern der Beine, z.B. nachts, nach einer gewissen Zeit in Ruhe, Schmerzen in den Unterschenkeln oder Füßen auftreten, ist dies ein Zeichen für eine höhergradige Durchblutungsstörung. Oft ist bei diesem Patienten auch bereits die schmerzfreie Gehstrecke erheblich eingeschränkt. Meist wird dann berichtet, dass die Beschwerden beim Hinsetzen und Herunterhängen der Beine zunächst besser werden. Dabei sind auch andere Erkrankungen, aus dem orthopädischen und neurologischen Gebiet als mögliche Ursachen abzugrenzen.


Kälte und Blässe der Füße, sowie Wundheilungsstörungen:

Durchblutungsstörungen der größeren Schlagadern, aber auch der kleinen Schlagadern der Zehen können zu diesen Beschwerden führen. Oft kommt es auch im Rahmen des Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit) zu Durchblutungsstörungen dieser kleinen Gefäße.


Offenes Bein / Ulcus cruris:

Durch Klappenschäden des tiefen Venensystems oder auch des oberflächlichen Venensystems kommt es zu Ernährungsstörungen der Haut und im weiteren Verlauf auch zu Hautschäden, die zu einem offenen Bein führen können. Dabei liegt der Hautdefekt häufig an der Innenseite des Unterschenkels. Die Haut um diese Defekte ist oft als Zeichen von Eisenablagerungen und Narbenbildung bräunlich oder weislich verändert. Es muss abgeklärt werden, welches Venensystem betroffen ist und ob auch die Schlagaderdurchblutung dabei gestört ist.


Beinschwellung / Ödem:

Eine Beinschwellung, vor allem wenn sie einseitig auftritt und keine erkennbare Ursache im Bereich der Gelenke besteht, ist verdächtig auf eine Thrombose. Dieser Verdacht muss durch eine körperliche Untersuchung und Labordiagnostik unwahrscheinlich gemacht werden oder durch eine bildgebende Diagnostik definitiv geklärt werden. Auch eine oberflächliche Venenschwäche (Krampfader) kann zu Beinschwellungen führen, da das Blut in den klappendefekten oberflächlichen Venen zurückfließt und sich staut. Es muss geklärt werden, ob ein operativer Eingriff oder eine konservative Behandlung notwendig ist. Lymphabflussstörungen können ebenfalls Beinschwellungen verursachen. Es sollte dabei geklärt werden, ob dies durch eine Minderanlage von Lymphgefäßen, oder durch andere zugrunde liegende Erkrankungen verursacht wird. Die Bindegewebsschwäche, als eine den meisten Krampfaderleiden zugrunde liegende Veranlagung führt selbst zu einer vermehrten Flüssigkeitsablagerung in das Unterhautgewebe mit entsprechender Schwellungsneigung.


Krampfadern (Varicose / Venenentzündungen):

Krampfadern können als große, sichtbare und tastbare Venenstränge im Bereich der Beine auftreten. Aber auch kleinere netzförmige Krampfadern, oder sog. Besenreiserkrampfadern sind häufige Gefäßveränderungen. Sie stellen oft ein kosmetisches Problem dar, aber auch gesundheitliche Schäden können vor allem bei den größeren, oberflächlichen Venen durch eine Stauung des Blutes und dadurch Minderernährung der Haut auftreten. Es sind dabei auch Venenentzündungen mit Thrombosegefahr und Hautdefekte (Ulcus cruris) zu befürchten. Die Untersuchungen müssen klären, ob Gefahren zu befürchten sind und welche Therapie die individuell günstigste ist.


Krämpfe:
Oft sind in Ruhe auftretende Muskelkrämpfe Zeichen für Veränderungen im Bereich der Wirbelsäule mit Nervenreizung und erhöhter Muskelerregbarkeit. Es kann aber auch durch starke Flüssigkeitsschwankungen im Bereich des Unterhaut- und Muskelgewebes bei Venenschwäche zu einer erhöhten Krampfneigung der Beinmuskulatur kommen. Dies ist durch Untersuchungen der Beinvenen rasch abzuklären.